Das verborgene Potenzial von Bausystemen, 2012-2014
Möglichkeiten der Nutzung und Entwicklung im digitalen Zeitalter

In den 1960er Jahren werden verstärkt Bausysteme entwickelt, die helfen sollen einen grossen und kontinuierlich weiter wachsenden Bedarf an Bauten zu decken – zunächst in technologisch hoch entwickelten Ländern für den Bereich des Massenwohnungsbaus sowie den Bau von Schulen und Universitäten, gefolgt von Gewerbe-, Industrie- und Infrastrukturbauten.
Mit dem Bewusstwerden der Grenzen des Wachstums infolge der Erdölkrise hat sich der das ganze Bauwerk und vor allem auch seine Konstruktion betreffende Systemgedanken auf Bauteilebene verlagert beziehungsweise reduziert: Entwicklungen von Fassaden- und Deckensystemen, Heizungs- und Lüftungssystemen, Ausbausystemen etc. haben das „generalistische“ Bausystem abgelöst.
Die in den 1960er und 1970er Jahre errichteten Systembauten sind aufgrund ihres Alter und der anstehenden Erneuerungsphase derzeit ein Thema. Infolge ihres oftmals schlechten baulichen Zustands und der gleichzeitigen Ablehnung ihrer monotonen und auf Repetition basierenden architektonischen Gestalt wird verstärkt die Aufgabe und der Abbruch der Objekte diskutiert – obwohl das Grundkonzept vieler Objekte auf Wachstum und Veränderung ausgelegt und damit eigentlich nachhaltig und zukunftsfähig ist.

Im Rahmen des Habilitationsprojektes sollen die Möglichkeiten der Nutzung und Entwicklung von Bausystemen im digitalen Zeitalter untersucht werden. Der Fokus liegt hierbei nicht auf der Entwicklung neuer „digitaler Systeme“, sondern auf der Entfaltung des verborgenen oder bislang nicht genutzten Potentials bereits existierender Systeme. Die Diskussion um Herausforderungen und Chancen der Erhaltung ausgeführter Systembauten soll zumindest ansatzweise geführt werden.

Habilitation Departement Architektur, ETH Zürich
Dr.-Ing. Silke Langenberg




Credits:
Gramazio & Kohler, Architektur und Digitale Fabrikation, ETH Zürich

In Zusammenarbeit mit: Prof. Fabio Gramazio, Prof. Matthias Kohler